Ich habe mir Vodafone GigaCube mit einem Volumen von 200 GB / Monat als DSL-Ersatz zugelegt. Der Cube selbst war schnell eingerichtet und im LEDE-Router als Gateway eingetragen. Allerdings muss ich damit ein weiteres Gerät und bekomme auch noch Doppel-NAT. Daher habe ich das ganze auf einen Huawai E3372 Surfstick umgebaut.
Die Prozedur war holpriger als erwartet, was nicht an der Komplexität sondern an den lückenhaften Infos im Netz liegt. Daher trage ich hier mal alle notwendigen Schritte zusammen.

Non-HiLink Firmware flashen

Als Stick habe ich mir einen gebrandeten „Megafon M150-2“ geholt. Dieser entspricht einem Huawai E3372h-153, welcher mit einer „Hi-Link“ Firmware daher kommt. Gegenüber dem PC gibt sich der Stick damit als USB-Netzwerkkarte mit einem virtuellen Router daran aus. Die Nutzung davon ist extrem einfach, allerdings kommt es auch hier zum Doppel-NAT, da der Router sowie mein LEDE-Router NAT machen.

Ein Firmware-Downgrade versetzt den Stick in den sogenannten „Non-HiLink-“ oder „Stick-“ Modus (Korrekt: NCM-Modus).

Nachdem ich einige Anleitungen probiert habe, kam ich das folgende Vorgehen zum Erfolg:

Stick öffnen

  • Klappe aufschieben
  • die beiden Torx T5 Schrauben am Stecker lösen
  • Mit dem Fingernagel vorsichtig öffnen
  • Das Plastikteil zwischen den beiden Antennen hat eine tieferliegende Befestigung, die kleine Nase mit dem Schraubenzieher vorsichtig öffnen

Stick in den Flashmodus versetzen

  • Stick an eine USB-Verlängerungskabel anschließen (Kabel vom PC trennen)
  • Dabei ein Stück Draht mit an der Masse des Steckers feststecken
  • den Draht an den Reset-Pin halten (Video)
  • die USB-Verlängerung mit dem (Linux-) PC verbinden
  • Draht kann nach 3-5 Sekunden entfernt werden

Loader und Firmware flashen

  • Die Tools balong-usbdload und balongflash downloaden und kompilieren. Unter Arch-Linux gibt es AUR-Pakete dazu
  • Die Firmware Huawei_E3372h-153_21.180.01.00.00_Firmware_general.zip downloaden und entpacken
  • Als ROOT:
    • balong-usbdload -p /dev/ttyUSB0 /usr/share/balong-usbdload/data/usblsafe-3372h.bin
    • Pfad kann variieren, je nachdem, ob das Tool gedownloaded oder per AUR installiert wurde
  • Die russischen Meldungen des Tools kann man durch Google-Translate jagen. Man erkennt aber ganz gut an der 100% Anzeige, wenn das flashen erfolgreich war
  • Nach 1-2 Minuten blinkt der Stick weiß. Es erscheinen weitere ttyUSB Devices (bei mir ttyUSB1 und ttyUSB2) Nun kann die Firmware geflashed werden
  • Als ROOT:
    • balongflash -p /dev/ttyUSB2 E3372h-153_UPDATE_21.180.01.00.00.BIN
    • ggf. mehrfach probieren
    • ggf. auch auf den anderen beiden ttyUSB devices
  • Fertig. Der Stick kann nun wieder geschlossen werden.

Router konfigurieren

  • Auch hier gibt es unzählige Anleitungen, funktioniert hat diese hier.
  • Zunächst wird die SIM-Karte in den Stick eingelegt. Wird ein Netz gefunden, blinkt die LED am Stick blau
  • Anschließend werden notwendige Pakete auf dem Router installiert:
opkg update
opkg install kmod-usb-net kmod-usb-net-cdc-ether kmod-usb-net-cdc-ncm \
             kmod-usb-net-cdc-subset kmod-usb-net-huawei-cdc-ncm kmod-usb-serial \
             kmod-usb-serial-option kmod-usb-serial-wwan kmod-usb-wdm \
             usb-modeswitch usbutils wwan comgt-ncm
  • Nun kann die Konfiguration zu /etc/config/network hinzugefügt werden
config interface 'lte'
        option proto 'ncm'
        option apn 'home.vodafone.de'
        option ifname 'wwan0'
        option pdptype 'IP'
        option device '/dev/ttyUSB0'
        option delay '15'
  • Nach einem reboot erscheint das Device wwan0 mit einer IP
  • In der Router-Oberfläche unter Network -> Firewall kann nun unter WAN -> Edit das Device der WAN-Firewallgruppe hinzugefügt werden.
  • Eine ggf. noch vorhandene DSL-Verbindung sollte abgeschaltet werden.
  • Der Router ist nun über LTE online.

Geschwindigkeit

Der Stick hängt bei mir auf dem Dachboden in einer günstigen Empfangsposition. Ich habe ca. 30-40 MBit im Downsteam und 40 MBit im Upstream. Mit dem GigaCube hatte ich 50-60 Mbit im Downstream und 40 MBit im Upstream – der hat aber auch größere Antennen drin. Sobald der passende Adapter eintrifft, werde ich meine Außenantenne anschließen und nochmal testen.

 

Update Lede 18.06

Nachdem alles installiert war habe ich gesehen, dass LEDE 18.06 draußen ist. Nach dem Upgrade fehlen sämtliche oben aufgeführten Module – daher sollte man das nur machen, wenn man noch einen zweiten Internetzugang hat. Dafür bringe LEDE 18.06 passende luci-Module, um die obige Konfiguration in der Weboberfläche durchzuführen:

opkg update
opkg install luci-proto-ncm

 

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