HP Elite 8300 Ultra Slim Desktop als kleiner leiser Heimserver

Auf der Suche für einen Ersatz für meinen etwas angestaubten Heimserver bin ich auf die Mini-PCs von HP gestoßen. Diese sind für kleines Geld bei eBay zu bekommen und von der Leistung her völlig ausreichend für eine Linux basierte NAS, Heimautomatisierung und ein paar weitere Docker-Container. Die Gehäuse sind mit 25x25x6,6 cm angenehm klein. Allerdings passt eigentlich nur eine SSD hinein und die Geräte sind relativ laut.

Deshalb habe ich eines davon ein wenig modifiziert, um es leise zu bekommen und neben dem DVD-Rom noch zwei SSDs hinein zu bekommen. Verzichtet man auf das DVD-Rom, wäre auch ein Setup mit drei, eventuell sogar vier SSDs möglich.

Anmerkung: Der Artikel enthält einige Links zu Amazon. Diese sind keine Affiliate-Links, ich habe sie lediglich zur einfacheren Nachvollziehbarkeit meines Setups eingefügt.

Das Gerät

Bei einer eBay-Auktion habe ich einen HP Compaq Elite 8300 USDT mit  i5-3470s Prozessor und 4GB RAM für knapp 60€ erstanden. Es war auch eine Festplatte verbaut, die ich aber nicht verwendet habe. Zusätzlich habe ich auch gleich noch ein zweites 8 GB RAM-Modul ersteigert (20€).

Lüftertausch

Das Gerät läuft ausreichend flott, allerdings vibrieren die verbauten Lüfter deutlich hörbar. Deshalb habe ich zwei PWM-gesteuerte 60mm Lüfter vom Typ Noctua NF-A6x25 PWM erworben (zusammen 30€). Der Austausch ist mit wenigen Handgriffen erledigt, danach ist das Gerät kaum noch zu hören. Das Gerät bleibt trotz geringerer Lüfterleistung ausreichend kühl. Wenn mit wenig Last zu rechnen ist, könnte man auf den hinteren Lüfter wahrscheinlich sogar verzichten.

Der Lüfter von NOCTUA ist kaum zu hören

Zweite SSD

Der Anschluss der zweiten SSD ist sehr einfach möglich. Das DVD-RRom ist per „Slim-SATA“ angeschlossen. Dabei handelt es sich um einen Standard-SATA-Anschluss mit integriertem kleineren Stromstecker. Eine Variante wäre, einfach ein kurzes SATA-Kabel zu verwenden und einen Adapter für den Strom zu bauen oder zu kaufen. Noch einfacher geht es mit einem Slim-SATA zu SATA-Adapter für 6€.

Platz für die zweite SSD wäre an Stelle des DVD-Rom. Da ich dieses jedoch weiter betreiben möchte, habe ich die SSD mit den Rahmen der ersten SSD untergebracht. Dazu musste ich den Rahmen ein klein wenig mit der Zange bearbeiten, da ein Blechstreifen unterwegs war.

Vorher…
…nachher

DVD-Rom wieder anschließen

Den Platz für das DVD-Rom habe ich zwar freigehalten, allerdings ist der Anschluss jetzt belegt. Für ein DVD-Rom sollte jedoch auch ein USB-Anschluss ausreichen. Tatsächlich findet sich im Benutzerhandbuch des Gerätes ein interner USB-Anschluss, der eigentlich für einen Card-Reader gedacht ist. Ich schließe eine alte USB-Blende daran an und tatsächlich passt die Pin-Belegung.

Interner USB-Anschluss

Ich bestelle einen USB auf Slim-SATA Adapter (6€), im Testaufbau funktioniert alles auf Anhieb. Da das Gehäuse aber zu groß ist und es mit mit der USB-Blende und dem Adapter auch zu viele Kabel werden, befreie ich den Adapter von seinem Gehäuse. Ein 4-poliges Kabel mit geeignetem Stecker ist schnell gefunden und ich ersetze das originale Anschlusskabel des Adapters durch ein kürzeres, welches ich direkt auf das Board stecken kann. Etwas Isolierband ersetzt das originale Gehäuse des Adapters.

Der originale Adapter ist zu groß und hat den falschen Stecker
Die Platine mit neuem Kabel
Ein letzter Funktionstest

Zusammenbau

Nachdem alles funktioniert, setze ich den Rahmen und die Laufwerke wieder ein. Trotz der höheren Packungsdichte gibt es nirgends Probleme. Am Ende sieht alles fast genau wieder so aus, wie es am Anfang aussah.

Alles passt

Ausbauoptionen

Unter den Festplatten sind noch zwei Slots, einer vom Typ Mini-SATA und einer vom Typ Mini PCI-Express. Für beide gibt es Adapterkarten auf SATA, so dass dort noch zwei weitere SSDs angeschlossen werden könnten. Mit etwas Glück könnte man die sogar noch hinter das DVD-Rom quetschen. An Stelle des DVD-Rom sollten sie aber auf jeden Fall passen. Eine weitere Option wäre, den Käfig ganz wegzulassen und die vier SSDs anderweitig zu befestigen.

Eine andere Anschlussoption wäre der interne USB-Port, davon sind zwei Stück vorhanden. Allerdings sind das USB 2.0 Ports. Für Festplatten bzw. SSDs wäre es daher sinnvoller, die Kabel nach hinten heraus zu führen und an die dort vorhandenen USB 3.0 Ports anzuschließen.

 

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